Die Qualitätsrichtlinien in Kurzform

Kurzform Qualitätsrichtlinien

Brennholz sollte unabhängig von der Holzart und des Trocknungsgrades
– äußerlich trocken und sauber sein
– frei von Ungeziefer und nicht definierbaren Belägen oder Verfärbungen sein
– als artenreines Holz einen Mischholzanteil von weniger als 10 % aufweisen
– neutral riechen
– an Menge und Qualität der Beschreibung ( z.B. Rechnung o. Angebot ) entsprechen
Als lufttrocken angebotene Ware soll im Durchschnitt eine Holzfeuchte von 15 % bis maximal 25% aufweisen.
Auf Abweichungen innerhalb eines Scheites oder einer Charge, sowie unterschiedliche Holzfeuchteverteilung zwischen dem äußeren und inneren Bereichen oder witterungsbedingte Wasserdampfaufnahme durch das Holz hat der Händler hinzuweisen und sie dem Kunden auf Wunsch zu erklären

Für weitergehende Informationen beachten Sie bitte den ausführlichen Text der Qualitätskriterien auf der Internetseite des Bundesverbandes Brennholzhandel, Brennholzproduktion e.V.
www.bundesverband-brennholz.de

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Maße und Gewichte

Der Bundesverband Brennholzhandel, Brennholzproduktion e.V. beteiligt sich nicht an der Verbreitung von gängigen Umrechnungsformeln zwischen den einzelnen Maßeinheiten. Diese sind ungenau und durch den Kunden in der Regel nicht nachprüfbar.
Merke: Ofenfertiges Scheitholz kann, wenn nach Volumen abgerechnet wird, nur in zwei Maßeinheiten angeboten werden
a)       Lose geschüttet         ( Schüttraummeter oder Schüttkubikmeter )
b)       Gestapelt                     ( diese Form ist kein Raummeter )
Kaufen Sie als Kunde nur nach solchen Maßeinheiten, die Sie vor Ort auch nachprüfen können. Eine Ausnahme bildet die Abrechnung nach Gewicht. Dieses ist per Wiegekarte von einer geeichten Waage nachzuweisen.

Einen Meter lange, teilweise gespaltene Hölzer, aufgesetzt auf eine Höhe von 1,04 Meter und eine breite von einem Meter bezeichnet man als Raummeter oder Ster. Ofenfertiges Scheitholz kann aufgesetzt niemals das Volumen erreichen, welches die selbe Menge Holz zuvor als Raummeter hatte. Daher ist von Umrechnungsfaktoren dringend abzuraten.

Generell sind alle am Markt gängigen Maßeinheiten erlaubt. Es ist jedoch zwischen Händler und Kunden die zu liefernde Maßeinheit genau abzustimmen. Sinnvollerweise sollte die so gewählt werden, dass die Menge bei der Lieferung überprüft werden kann !

Der deutsche Wald wird älter und vielfältiger

Der deutsche Wald wird nach amtlichen Daten älter und vielfältiger. Im Schnitt stehen die Bäume seit 77 Jahren und damit viereinhalb Jahre länger als laut einer Erhebung zehn Jahre zuvor, wie eine heute vorgelegte, aktuelle Bestandsaufnahme ergab. Knapp ein Viertel des Waldes ist älter als 100 Jahre. Zudem gibt es mehr Laubbäume und mehr Mischwälder, deren Anteil um drei Punkte auf 76 Prozent stieg. Reine Fichtenwälder wurden dafür weniger. Die Daten stammen aus einer großen Waldinventur, die Bund und Länder alle zehn Jahre vornehmen. Sie wurden 2011/2012 erhoben und mit Ergebnissen von 2002 verglichen. Wald bedeckt fast ein Drittel Deutschlands.

Quelle: newsamabend/handelsblatt.com

“Brennholz gegen den üblichen Trend einkaufen”

buvbb_verbraucherinfoIm Frühjahr diesen Jahres hatte ich bereits einen Artikel über den Bezug von trockenem Brennholz sehr früh im Jahr veröffentlicht, der für Verwunderung gesorgt hat. Gleiches werde ich nun erneut tun. Mein deutlicher Rat an alle Brennholzverbraucher lautet daher: Absolut antizyklisch Brennholz einkaufen. Neben evtl. möglichen finanziellen Einsparungen hat dieses Kaufverhalten weitere viel wichtigere Vorteile:

Aktuell haben wir den Scheitelpunkt überschritten, jetzt noch frisches Holz zu beziehen, welches im kommenden Winter bedenkenlos verbrannt werden kann. Die Trocknung von jetzt geliefertem Holz bis zur kommenden Heizsaison ist aus meiner Erfahrung heraus nun unmöglich. Unseren Kunden bleibt jetzt nur noch der Zugriff auf das vom Brennholzhändler als getrocknete Ware zur Verfügung gestellten Brennholzes. Nur mit diesem Holz wird jetzt noch gewährleistet, dass eine optimale Verbrennung, eine gute Energieausbeute und somit ein wirtschaftliches und ökologisches Heizen mit Brennholz möglich ist.

Das soll jedoch nicht davon abschrecken, auch jetzt schon über den Bezug von frischem Brennholz nachzudenken und den Bedarf für die Zukunft zu decken. Dies erscheint zunächst völlig unlogisch, wenn man obige Zeilen und meine Veröffentlichung aus dem Frühjahr noch in Erinnerung hat. Allerdings ist dies ein Trugschluss. Wir wissen zwischenzeitlich sehr sicher, dass unser Brennholz in einer Saison getrocknet werden kann – also über einen Sommer hinweg. Wir wissen aber auch, dass dies nur unter optimalen Bedingungen möglich ist.

Brennholz ist kein „Discounter-Produkt“, welches immer und zu jeder Zeit „Just in time“ geliefert werden kann. Ich kenne noch Generationen, denen dies wohl bewusst ist. Brennholz ist ein „Bevorratungsprodukt“, welches einer gewissen „Reife“ bedarf. Diesen Reifeprozess versuchen die deutschen Brennholzhändler dem Kunden abzunehmen. Allerdings wird in jeder Heizsaison sehr deutlich, dass der gesamte Brennholzbedarf nicht als ofenfertig getrocknete Ware zur Verfügung gestellt werden kann.

Ich ratHolztrocknunge daher allen Verbrauchern, die ökologisch und wirtschaftlich optimal handeln möchten, so früh als irgend möglich ihre Holzbestände zum selbst-trocknen wieder aufzufüllen. Mit den jetzt gewonnenen Monaten zur Trocknung von frischem Holz können kleine Fehler in der Holzlagerung locker ausgeglichen werden.

In diesem Zusammenhang möchte ich ebenfalls noch einmal auf den erheblichen Preisunterschied zwischen getrocknetem und frischem Brennholz eingehen. Warum also ist getrocknetes Holz so viel teurer als frisches? Vielen ist hier nicht bewusst, dass nicht nur die Kosten für die Trocknung des Holzes auf den Verkaufspreis wirken, sondern auch die Tatsache, dass im Rahmen der Trocknung das Brennholz einem natürlichem Volumenschwund unterliegt. Diesen Volumenschwund gleicht der Brennholzhändler durch seine Kalkulation aus. Dieser Tatsache kann der Verbraucher entgegenwirken, indem er die Trocknungskosten auf seine Kappe nimmt und sein Brennholz selbst trocknet – und das nahezu kostenlos durch Wind und Sonne. Das ist kostenfrei und bedarf lediglich Zeit. Der Trocknungsschwund ist nicht auszugleichen. Dieser entsteht egal ob beim Händler oder beim Endverbraucher – nur die Kalkulation ist hier sicher unterschiedlich.

Mein Rat daher: Gegen den Trend kaufen. Im Spätsommer und Herbst frisches Holz für die übernächste Saison oder im Frühjahr getrocknete Ware für die kommende Saison.

Mit freundlichen Grüßen
René Kleinlein

Wald erleben, Wald leben ! Forstgenossenschaft Aerzen

Noch nie hatte Holz eine so große Akzeptanz in der Bevölkerung wie heute. Egal ob als Baustoff für Haus und Garten, oder als Heizmaterial in Form von Pellets, Hackschnitzel oder Scheitholz, wer mit Holz baut oder heizt, liegt voll im Trend. Erheblich schlechter wird aber von der Bevölkerung die Waldbewirtschaftung beurteilt. Egal ob Holzernte oder Wild Bestands Pflege, egal ob Forstwirte, Holzrücker oder Jäger, die Mehrzahl der Bürger steht diesen Gruppen skeptisch gegenüber. Für Bäume ummachen oder Tiere totschießen fehlt einfach das Verständnis.

 

Mit Kind und Kegel durch den Bestand

Der Grund für diesen Zustand ist in erster Linie an mangelnder Aufklärung zu suchen. Würden die Arbeitsabläufe der Erntekette oder die Notwendigkeit der Bejagung breiter in der Öffentlichkeit verbreitet werden, hätte dies mit Sicherheit eine positive Auswirkung auf die Beurteilung der zuvor genannten Gruppen.

Einen riesigen Schritt in die richtige Richtung unternimmt die Forstgenossenschaft Aerzen in regelmäßigen Abständen. Alle zwei Jahre laden die Forstgenossen zu einer Waldbegehung in ihren Forst ein. Geladen werden alle, die direkt oder indirekt mit der Forstgenossenschaft zusammenarbeiten. In erster Linie sind da die ehrenamtlichen Helfer zu nennen, die sich in ungezählten Stunden der Waldpflege widmen. Forstbetriebe, Holzrücker und Holzaufkäufer gehören ebenso zu der Gästeliste, wie die Jagtpächter und die Nachbargenossen. Aber das schönste an dieser Begehung ist, dass bereits auf der Einladung ausdrücklich darauf hingewiesen wird, dass Kinder willkommen sind.

Dieses Jahr waren etwa 80 Personen der Einladung gefolgt. Nach der Begrüßung  durch den Vorsitzenden Volker Cramer übernahm Volker Reinecke, Revierförsterei Aerzen der Niedersächsischen Landesforsten und Betreuungsförster der Forstgenossenschaft Aerzen, die Führung. Auf gut 5 Kilometer Wegstrecke wurden die unterschiedlichsten Einblicke in die Waldbewirtschaftung geboten. Immer wieder wurde der Weg verlassen, um die verschiedensten Stationen der Waldbewirtschaftung aus nächster Nähe fachkundig erklärt zu bekommen. Dabei wurde von dem Setzling bis hin zur Starkholzernte die gesamten Wachstumsphasen betrachtet. Beeindruckend war dabei die Reise durch die Jahrzehnte. Berichtete Herr Reinecke eben noch von dem Buchensetzling vor 120 Jahren, der nun über 30 Meter hoch vor den Gästen  stand, so wagte er Augenblicke später den Blick 30, 40, 50 Jahre in die Zukunft. Über Holzvermarktung, Wildbestand mit all seinen Auswirkungen, Baumkrankheiten, Nachhaltigkeit und Fälltechniken, und vieles vieles mehr wurde berichtet. So kann nur jemand erzählen, auf den die Überschrift ” Wald leben” perfekt zutrifft.

gemütlicher Ausklang mit Erfahrungsaustausch

Nicht unerwähnt sollte natürlich die perfekte Organisation des Tages bleiben. Nicht nur die einzelnen Stationen waren für die Begehung durch die Forstgenossen vorbereitet worden, sondern auch viele fleißige Hände hatten auf halber Strecke ein liebevoll angerichtetes Frühstück aufgebaut, auf der auch die Kinder eine Ecke mit Süßigkeiten vorfanden. Zum Abschluß der Begehung lud die Forstgenossenschaft zu einem zünftigen Mittagessen ein. Auch hier bot sich, wie übrigens auf der ganzen Strecke, die Möglichkeit des gegenseitigen kennenlernens. Es ist schon förderlich, wenn man weis, wer  sich mit welcher Funktion im Revier bewegt. Und es tut gut, wenn man sieht, wie die Forstgenossen “ihren Wald leben ” und dies mit Stolz auch zeigen. Die Gäste konnten jedenfalls einen Tag im Wald erleben, der so schnell wohl nicht vergessen wird.

Billiges Brennholz gibt es nicht!

Diese Aussage ist sowohl goldrichtig, als auch total daneben. Es kommt darauf an, von welcher Seite man diese Aussage betrachtet. Egal ob Brennholzproduzent oder Brennholzverbraucher, beide Parteien haben die rasante Kostenentwicklung für Scheitholz in den letzten Jahren zu spüren bekommen. Dabei darf man aber eines nicht vergessen: Brennholz wurde jahrelang weit unter dem Herstellungspreis abgegeben, weil es sich um eine Ware gehandelt hat, die niemand so richtig haben wollte. Einzig die Industrie kam als Abnehmer für gewisse Holzsortimente in Frage und die nutzte ihre Monopolstellung schamlos aus. Es war schon eine Schande, dass Holz im Rahmen der Waldpflege und der Sicherung eines gesunden Waldbestandes lieber „ in den Dreck „ gesägt wurde, als es zu ernten und einer sinnvollen Nutzung zuzuführen. Diese Zeiten sind nun endlich vorbei. Nur wenn die Holzernte für alle Beteiligten ein positives Ergebnis aufweist, können wir davon ausgehen, dass unsere Wälder auch zukünftig nachhaltig bewirtschaftet werden und nachfolgenden Generationen in der selben Pracht wie heute zur Verfügung stehen.  Da klingt es wie Hohn, wenn die einstigen Monopolisten, anstatt auf den Markt zu reagieren, nach staatlicher Lenkung schreien, die den Bürgern per Gesetz verbieten sollen, ihren Ofen zu betreiben.

Strompreiserhöhungen von 15 % und mehr sind zur Zeit an der Tagesordnung. Der Liter Heizöl hat sich nahe dem Euro eingependelt und der Liter Dieselkraftstoff kratzt an der 1,50er Marke. Der durchschnittliche Preis für einen Kubikmeter Brennholz, lose geschüttet, liegt bei knapp unter 80,-€ frei Haus. Dies entspricht etwa dem Gegenwert von 200 Litern Heizöl. In Zahlen bedeutet das: 80,-€ für Brennholz, 180,-€ für Öl oder Erdgas. Mit Verwunderung kann man da nur staunen, wenn bei einem Preis von 80 – 90 € vom ach so teuren Brennholz gesprochen wird. Womit, als mit anderen Energieträgern, soll man denn einen Preisvergleich anstellen? Also liegt man tatsächlich total daneben, wenn man behauptet, billige Energie gibt es nicht. Sie ist reichlich vorhanden, erneuert sich bei richtiger Pflege von selbst, stärkt mit ihrem Handel die heimische Region, ist umweltfreundlich und zu aller Freude für wenig Geld bei Ihrem Händler vor Ort zu haben:  Brennholz